Mit unserer neuen Klimastafette wollen wir Menschen zu Wort kommen lassen, die Mobilität bewegen und die Diskussion darüber weitertragen. Das Prinzip ist einfach: Wir laden eine Persönlichkeit zum Kurzinterview ein. Am Ende gibt sie den Staffelstab an die nächste Person weiter und bestimmt gleich selbst, welche Frage diese beantworten soll.
Für den Start der Klimastafette hat die Geschäftsstelle von Clean Fleet Patrick Bünzli ins Rennen geschickt.

Einer, der Flotten kennt und elektrisch fährt
Patrick Bünzli beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Flotten- und Mobilitätsmanagement und war Präsident des Schweizer Mobilitätsverbands sffv. Seit rund eineinhalb Jahren fährt er mit seinem BMW iX1 selbst elektrisch. Und das, obwohl er zu Hause keine eigene Lademöglichkeit hat. Für ihn steht fest: Elektromobilität funktioniert im Alltag.
«Früher hörte ich beim Autofahren gerne Musik. Heute geniesse ich die Ruhe.»
«Elektrisch ist gesetzt.»
Patrick, erst rund 8 % der Fahrzeugflotten von Schweizer Unternehmen sind elektrisch unterwegs. Warum geht die Umstellung so langsam?
Patrick Bünzli:
Ich glaube, es ist vor allem die Unsicherheit, die viele Unternehmen noch zurückhält. Dabei ist für mich klar: Elektrisch ist gesetzt. Das wird sich durchsetzen. Trotzdem beschäftigen die Verantwortlichen Fragen zu Investitionen, Wertverlust und Reichweite. Dazu kommt die Sorge, dass sich Mitarbeitende gegen Elektrofahrzeuge wehren könnten. Niemand möchte sich mit einer Entscheidung intern unbeliebt machen. Gleichzeitig wird die Technologie immer besser und die Reichweiten steigen. Viele Argumente, die früher gegen Elektrofahrzeuge gesprochen haben, verlieren deshalb an Bedeutung.
«Es geht nicht nur um das Auto.»
Warum gelingt es Unternehmen teilweise nicht, ihre Mitarbeitenden bei der Umstellung mitzunehmen?
Patrick Bünzli:
Weil man sich nicht nur mit dem Fahrzeug beschäftigen darf, sondern auch mit dem Menschen, der es fährt. Wie nutzt jemand sein Auto? Wie fährt die Person in die Ferien? Wo kann sie laden? Müsste sie ihre Gewohnheiten verändern? Solche Fragen müssen ernst genommen werden. Eine Flotte stellt man nicht von heute auf morgen um. Bis eine gesamte Fahrzeugflotte erneuert ist, braucht es zwei bis drei Flottenwechsel. Gerade deshalb ist es wichtig, jetzt anzufangen und den Mitarbeitenden die Möglichkeiten aufzuzeigen.
«Die Zeit zum Ausprobieren ist jetzt.»
Viele Unternehmen betonen in ihrer Corporate Social Responsibility ihre Verantwortung für Umwelt und Klima. Warum sind sie bei ihren eigenen Fahrzeugflotten nicht mutiger?
Patrick Bünzli:
Der Leidensdruck ist noch zu gering. Gleichzeitig halten sich bestimmte Vorbehalte gegenüber Elektroautos hartnäckig, etwa Fragen zur Batterie oder zur Umweltbelastung bei der Produktion. Wir haben es bisher nicht ausreichend geschafft, verständlich zu vermitteln, wie die ökologische Gesamtbilanz eines Elektroautos tatsächlich aussieht. Natürlich muss man den Menschen Zeit für Veränderungen geben. Aber wir sind an einem Punkt angekommen, an dem die Umstellung stattfinden muss. Dabei hilft es wenig, nur darüber zu reden. Man muss Elektromobilität erlebbar machen: Mitarbeitenden die Gelegenheit geben, ein Elektroauto auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und ihnen konkrete Möglichkeiten aufzeigen.
Und jetzt: Stabübergabe! Zum Schluss bestimmt Patrick Bünzli, wer als Nächstes bei der Clean Fleet Klimastafette antritt.
Der Staffelstab geht an Jürg Grossen, Nationalrat und Präsident von Swiss eMobility.
Und natürlich bekommt er von Patrick gleich eine Frage mit auf den Weg:
«Ist Social Media das geeignete Medium, um für die Energiewende und die Elektromobilität zu kämpfen? Und wie gehst du mit den Reaktionen und Kommentaren um?»
Was Jürg Grossen darauf antwortet? Das erfahren Sie in der nächsten Ausgabe der Clean Fleet Klimastafette.
